Der Fürther Malort

Der Malort in Fürth ist ein großzügiger, drei Meter hoher Raum, speziell so eingerichtet, dass zum Malen alles vorhanden ist. Ein sorgfältiger und zugleich einfacher Umgang mit allen Materialien bestimmen das Geschehen im Malort Fürth

Das Malspiel im Malort Fürth kann für jeden Menschen eine wundervolle, genußreiche Beschäftigung sein. Das besondere ist, dass unsere Malspur frei von Wertungen und Deutungen bleibt. Das Spiel ist zeitlich begrenzt. Die wesentliche Anordnung aller Materialien kann uns zu einer inneren Neuorientierung einladen.

Hemmungen, Erwartungen, Vorurteile oder Leistungsdruck, können wahrgenommen und dabei überwunden werden. Ein natürliches Selbstbewusstsein kann an dieser Stelle erwachsen. Allein aus unserem organisch vorhandenen Urbewusstsein heraus, kann die Malspur entstehen. So kann jeder Mensch, ob groß oder klein, diesem Malspiel folgen, ohne besondere Vorkenntnisse.

Das Malspiel findet in einer Gruppe statt, in welcher alle Altersgruppen gleichzeitig teilnehmen können in einer Atmosphäre von Verbundenheit und größtmöglicher Freiheit.

Der Malort Fürth ist geschützt von äußeren Einflüssen. Der Raum ist gut ausgeleuchtet, damit jeder ausreichend, schattenfreies Licht genießen kann. Die Wände sind mit Packpapier bespannt und beleben sich durch jede Malstunde mit hinterlassenen Farbspuren.

In der Mitte steht ein Palettentisch mit wunderschön abgestimmten und leuchtenden Gouache-Farben. Die rückstandsfreien Farben werden speziell für den Malort hergestellt. Neben jeder Farbe liegen die passenden und handlichen Naturhaarpinsel. Ein Stapel weißes Papier liegt auf dem Tisch, bereit an der Wand befestigt zu werden. Es liegen Malermäntel in verschiedenen Größen bereit, damit ein gelassenes Malen möglich wird. Ein wiederkehrendes Muster von Bewegung, Begegnung und Malen entsteht.

Die Grundidee der Malorte hat Arno Stern entwickelt.

Er ist auch bekannt durch den Film „alphabet“ von Erwin Wagenhofer. Arno Stern hat im Jahre 1950 seinen ersten Malort „academie de jeudi“ in Paris gegründet. Seither hat er sein Leben hingebungsvoll seiner Forschung gewidmet. Die Formulation. Er hat mit einem mobilen Palettentisch abgelegene Orte der Welt bereist, um die Ursprünglichkeit unserer malenden Äußerung zu erforschen. So konnte er sehen, wie alle Kinder dieser Welt eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Er nennt sie so liebevoll z.B. Pünktili und Giroli, als Punkte und Kringel. Grätentierchen und Strahlenfiguren. So kann es geschehen, dass durch wiederholendes Malen im Malort, mit einem Anwesenden, der dienenden Person, unsere malerische Ursprache entstehen kann. Sie ist von universeller Natur. Er hat einige Bücher über seine langjährigen Forschungen in der Welt und Erfahrungen aus seinem Malort geschrieben.

Im Folgenden Zitate von Arno Stern ( * 1924 ), lebend in Paris, Frankreich

„Im Malort entwickelt sich der Mensch,
dehnt sich in seiner ungeahnten Dimension aus
und wird befreit von Allem, was ihm nicht Eigen ist.
In diesen außergewöhnlichen Momenten
erlebt der Mensch nur sich selbst.“

„Ganz nebenbei entwickelt sich beim Malen mit dem Pinsel
eine natürliche Anspruchshaltung, eine sich stetig entwickelnde
Feinmotorik, ein respektvoller Umgang mit sich selbst und allem Leben.
Wir sind gewachsene Malort-Menschen 🙂

Wirkungen:

Geeignet sind die Malortstunden für alle Menschen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Sie können als Team zur Supervision, von Paaren und Familien besucht werden. Als Event für verschiedene Anlässe und Gruppen. Zum Beispiel einfach zur Freude.

Wir können lernen unsere Persönlichkeit und unsere Grenzen inmitten einer Gemeinschaft zu bewahren. Die Malortstunden fördern die Konzentrationsfähigkeit und das achtsame Handeln in besonderer Weise. In diesem geordneten Freiraum werden Entfaltung und Selbstausdruck eingeladen, ohne die gewohnten Leistungsanforderungen und Beurteilungen. Die gemalten Bilder verbleiben für eine bestimmte Zeit im Malort, damit sie vor eigenen oder fremden Bewertungen geschützt sind.

Wenn uns die Welt eher grau erscheint, so kann die Begegnung mit den Farben die Wahrnehmung unserer Sinne vertiefen und unsere angeborene Begeisterung und Freude farblich erneuert hervorbringen. Die regelmäßigen Malortstunden können uns Beständigkeit vermitteln in unserer schnelllebigen Zeit. Wöchentliche Treffen geben uns Halt, stärken unser Selbstbewußtsein in Verbundenheit mit einer Gruppe.

In aller Munde ist das Wort Resilienz. In der Entwicklungspsychologie verstehen wir darunter eine Widerstandskraft gegenüber Belastung. Einen Zugang zur inneren Kraft- und Erneuerungsquelle zu haben oder die Fähigkeit zu trainieren, diesen Weg wieder zu entdecken. Unser Potential kann sich in einem Raum, in welchem eine freie, feine und spielerische Äusserung möglich ist, frei entfalten, wachsen und stabilisieren.

Die Malspiel bringt alles Feine hervor. Unser Selbstvertrauen und Selbstverständnis wächst, weil wir ganz analog einen Pinsel aufs Papier bringen. Wir schaffen etwas und zwar unsere Welt auf dem Papier. Alles Weitere ergibt sich von ganz alleine.
Die Vergleiche mit Anderen bleiben aus und verblassen mehr und mehr. Das unterstützt uns und kann eine achtsame, liebevolle Haltung gegenüber unserer ganz eigenen Natur und allem Leben befördern.

siehe auch Vorträge von Arno Stern, Andre Stern, Gerald Hüther

Gerne kommen Sie als Team in den Malort:

Film „ alphabet“ von Erwin Wagenhofer:

und zum Thema Resilienz: